Wanderweg:

Main - Mies - Weg



Übersicht:

• zurück
• Bildergalerie
• Wegbeschreibung
• Wegskizze
• Einkehr und Übernachtungsmöglichkeiten
• Entfernungstabelle
• Faltblatt drucken (PDF)
Achtung: Beim Drucken die automatische Seitenanpassung (Verkleinerung) des Acrobat Readers deaktivieren.

 ca. 80 km, Markierung: Rotes Schrägkreuz auf weißem Feld

Creußen - Neustadt am Kulm - Erbendorf - Falkenberg - Tirschenreuth - Quellgebiet der Mies - Griesbach

Der Weg verbindet den Rotmain in Creußen mit dem Quellgebiet der Mies an der Grenze zu Tschechien. Er betont landschaftliche Höhepunkte.

Eine mögliche Etappeneinteilung mag jeder selbst an Hand der beigefügten Entfernungstabelle mit Angaben zu Übernachtungsgelegenheiten treffen.

Karten:
UK 50-12 des Bayer. Landesamtes für Vermessung und Geoinformation
Fritsch-Wanderkarten Nr.: 52, 54, 73

Hinweis: Bis zur Neuauflage dieser Karten stimmen Teile des Weges mit der Beschreibung nicht überein. Aktuell ist natürlich die Beschreibung.

Stand: September 2014

Wegbeschreibung:

Der Main hat zwei Quellflüsse, den Weißen und den Roten Main. Bis zu deren Vereinigung bei Kulmbach-Steinenhausen legt der Weiße Main, der vom Ochsenkopf im Fichtelgebirge kommt und in westlicher Richtung über Bischofsgrün, Bad Berneck, Himmelkron, Trebgast und Kulmbach fließt, 52 km zurück, der Rote Main aber, der über Creußen, Bayreuth und Neudrossenfeld fließt, bereits 73 km. Seine Quelle findet man am Ostabhang des Lindenhardter Forstes. Sie wurde 1907 vom Fränkischen-Schweiz-Verein gefasst und an das markierte Wegesystem des Vereins angeschlossen. Im trockenen Sommer ist die Quelle nicht sehr ergiebig. Tafeln weisen dort auf den Beginn des Rotmainweges hin. Der Forst zeigt die Bedeutung des Totholzes für das Leben im Wald.
Berg und Forst Lindenhardt führen den gleichen Namen wie der südlich davon gelegene Ort. In ihm gibt es eine evangelische Kirche, die durch Bischof Otto I. von Bamberg im 12. Jahrhundert begründet wurde. Ihr Turm hebt sich aus der Ferne häufig gegen den Himmel ab. Ihr spätgotischer Flügelaltar enthält drei Tafeln, die dem berühmten Maler Matthias Grünewald (1460 – 1528), dem Schöpfer des weltbekannten Isenheimer Altars, zugeschrieben werden.
Der Main-Mies-Weg berührt geologisch sehr unterschiedliche Landschaften. Er beginnt an der Rotmainbrücke in Creußen.
Creußen ist ein anmutiges Städtchen mit 4700 Einwohnern und Sitz einer Verwaltungs-
gemeinschaft, zu der auch die Gemeinden Haag und Prebitz und der Markt Schnabelwaid gehören.
Schon im Jahre 1003 wurde es als „castrum crusni“ urkundlich erwähnt. Es lag damals im
Grenzbereich zwischen dem fränkischen Radenzgau und dem bairischen Nordgau, der heutigen Oberpfalz. 1358 wurde es durch Kaiser Karl IV. zur Stadt erhoben. Die Altstadt liegt auf einem Hügel, der vom Roten Main umflossen wird. Auf dessen höchstem Punkt steht heute die Kirche St. Jakobus an der Stelle einer früheren Burg. Wochen- und Jahrmärkte fanden regelmäßig statt. Über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg war das „Creußener Steinzeug“ weithin bekannt. Im heutigen Krügemuseum kann man besonders schöne Exemplare der damaligen Fertigung bestaunen. Das Steinzeug war zwar absolut dicht, die Krüge aber waren nicht zum Trinken sondern als Schmuckstücke gedacht.
Die A 9 führt in der Nähe vorbei, zwei Bundesstraßen durch die Stadt, alle in Nord-Süd-Richtung. Die meisten Züge auf der Strecke Bayreuth – Schnabelwaid halten hier. Der Wanderer findet Unterkunft und Verpflegung.

Der Main-Mies-Weg führt in der 2015 geänderten Route durch die Stadt Creußen. Über die Neuhofer Straße geht es leicht bergauf um dann bis zur Abzweigung nach Letten zu führen. Ein herrlicher Rundblick über Creußen und das Umland entschädigen den Wanderer. Die Straße 2184 wird überquert und der Weg führt abwärts in den Talbereich des Metzlesbaches. Südwestlich vorbei an der Flur „Steinhügel“ führt der Weg aufwärts zum „Lerchenbühl und mündet in die Straße Neuhof – Brunnenhof zum nach Süden verlaufenden Höhenzug der Haagplatte. Ein außergewöhnlicher Rundblick zeigt dem Wanderer die Region.
Ein Blick zurück zeigt im Westen die Kirchtürme von Creußen, dahinter den Lindenhardt und im Nordwesten den Sophienberg jenseits der A 9, im Osten zeigen sich der Rauhe Kulm und im Süden 3 Windkraftanlagen auf dem Kuhberg. Wer auf dem Feldweg 300 m Abstecher zum höchsten Punkt (522 m) wagt, wird bei passendem Wetter mit einem Ausblick zum Ochsenkopf und zum Schneeberg, beide an ihren Türmen erkennbar, belohnt.
Unser Weg führt nach Südosten am Waldrand entlang abwärts in einen idyllischen Talkessel. Eine
Wende nach links, noch ein Stück Wald und wir kommen über einen Höhenzug mit prächtiger
Aussicht nach Osten in das Dorf Seidwitz. Leider gibt es hier keim Gasthaus mehr, aber ein
unscheinbarer Laden bietet Getränke und Wegzehrung an.

Unser Wanderer folgt notgedrungen einem Stück der Straße nach Speichersdorf. Ein paar Meter
nach dem Ortsschild von Seidwitz biegt er nach rechts in einen geteerten Feldweg. Er quert die
Straße, die rechts nach Losau führt, und findet – jetzt meist naturbelassen – seinen Weg im Tal des
Almosbaches aufwärts. Freies Gelände und Wald mit Rodungsinseln wechseln ab. Der Weg führt
zwischen Losau und Frankenberg hindurch. Bei Kleinkorbis trifft er auf die BT 20, benutzt sie
einen Sprung nach links auf die andere Talseite und weiter geht es, oft am Waldrand entlang, im Tal
aufwärts. Einem Schotterweg von Vorbach folgen wir nach links. Es geht jetzt deutlicher aufwärts.
Auch hier gibt es Rodungsinseln im Wald. Wo der Schotterweg nach halblinks abbiegt, ziehen wir
geradeaus weiter – naturbelassen. Die Markierung führt uns über einen unauffälligen Rücken, aber
er trägt die Europäische Hauptwasserscheide! Wir wechseln vom Einzugsgebiet der Nordsee in das
des Schwarzen Meeres.
Wir nähern uns der Bahnlinie Nürnberg – Marktredwitz. Sie veranlasst uns zum Aufstieg auf den
Katzenbühl (527 m), wo sie selbst im Tunnel verschwindet. Unser Weg ermöglicht einen Blick auf
die Strecke. Vorsicht ist geboten. Wenn ein Zug von Südwesten heraufkommt, donnern seine
Dieselmotoren, dann ist es wieder still.
Oben angekommen erwartet uns eine sandige Waldstraße. Ihr folgen wir nach rechts. Im
Speinsharter Forst geht es fast 3 km auf der Höhe entlang nach Tremau. Wo der Wald aufhört,
beeindruckt voraus der Rauhe Kulm. Neustadt und der Kleine Kulm liegen davor. Auch der Blick
zum Armesberg (731 m) und ins Fichtelgebirge wird frei.

Wir verlassen den Asphalt von Tremau nach rechts. In südöstlicher Richtung führt der Weg am
Waldrand entlang, wendet sich nach links in den Wald, kommt schließlich ins Freie und in einem
Talgrund mit Weihern an den Fuß des Kleinen Kulms mit Neustadt daran. In der Falllinie geht es
hinauf. Wir queren die Straße nach Tremau und kommen um den Gipfel des Kleinen Kulms herum.
Eine Bank lädt zum Sitzen ein. Die Aussicht nach Norden ist großartig. Noch einige Schritte und
wir sind in der Stadtmitte.
Neustadt liegt zwischen dem Kleinen Kulm (586 m), einem steckengebliebenen Basalttropf im
Westen, und dem Rauhen Kulm (682 m) im Osten in einem Sattel. Es verdankt seine Entstehung
den Burgen der Leuchtenberger auf beiden Kulmen. 1370 von Kaiser Karl IV. zur Stadt erhoben
blieb der Ort eine kleine anmutige Stadt mit weiträumigem Marktplatz. Dieser wird von vielen
Ackerbürgerhäusern mit schönen Toreingängen eingerahmt. In seiner Mitte steht das Rathaus aus
dem 17. Jahrhundert. Die Stadtkirche aus dem Jahre 1414 mit ihrem reich geschmückten
Deckengewölbe gilt als eine der schönsten evangelischen Barockkirchen Bayerns. In den Gasthöfen
der Stadt ist der Wanderer willkommen. Es gibt Geschäfte, aber keine Industrie. Die Bürger
verstehen sich vorwiegend als Wohngemeinschaft von Pendlern.
Unser Weg verlässt Neustadt nach Osten und zieht hinauf zum Rauhen Kulm. Beim Waldgasthof
„Sandberg" (seit 2012 geschlossen) hat man die erste Höhenstufe überwunden. Erst durch
Mischwald, dann durch ein Meer von Basaltblöcken geht es weiter hinauf auf eine Schulter, von der
aus man den Aussichtsturm auf dem Gipfel in wenigen Minuten erreicht. Bei guter Fernsicht sollte
man diesen Abstecher machen und den Turm besteigen.
Die Rundumsicht ist überwältigend! In einem hügeligen Mosaik aus Feld-, Wiesen- und
Waldlandschaft sieht man im Nordwesten Speichersdorf, Kirchenlaibach und Windischenlaibach,
dahinter etwas von Bayreuth, im Norden das Fichtelgebirge, weiter östlich Kemnath und links
dahinter Kulmain. Weiter rechts grüßt der Armesberg (731 m), östlich davon der Schlossberg (641
m) von Waldeck, der Kastler Berg (544 m) und der Kuschberg (585 m), rechts davon der Rücken
des Hessenreuther Waldes und ganz hinten der des Entenbühls (901 m). Weiter erkennt man Kastl
und Trabitz. Im Südosten mahnt die 24 Millionen Jahre alte Basaltkuppe des Parksteins (594 m)
und weiter südlich glänzt das Tal der Haidenaab. Ganz im Süden liegt der Truppenübungsplatz
Grafenwöhr. Weiter im Westen sieht man die östlichen Höhen der Fränkischen Schweiz. Die von
Nürnberg kommende Bahnlinie kann man über Kirchenlaibach und Immenreuth bis dorthin
verfolgen, wo sie bei Oberwappenöst im Tunnel verschwindet. Eine andere Linie kommt aus
Bayreuth und führt östlich am Rauhen Kulm vorbei nach Pressath.
Rund um den Gipfelaufbau des Berges erkennt man noch die Reste eines umfangreichen
Ringwalles, einer Befestigungsanlage, die man der Latenezeit (5. bis. 3. Jahrhundert v. Chr.)
zurechnet.
Von der erwähnten Schulter aus führt der Main-Mies-Weg wieder durch ein Blockmeer hinunter.
An einem Sendemast vorbei kommt man teils steil nach Osten an den Waldrand. Vor uns liegt die
Waldkuppe des Kühhübels. Seinen Basalt hat man schon gebrochen und seine Bruchgrube versteckt
sich im Wald. Wir ziehen links an ihm vorbei, genießen noch einmal die Aussicht nach Osten und
kommen nach Weha. Hier quert man die Bahnlinie und in Mühlhof die Haidenaab, leider nur auf
Asphalt. Unter der Umgehungsstraße hindurch kommen wir nach Kastl.
Im verträumten Ort mit Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten sollte man die Kräfte neu ordnen.
Schon der Anstieg zum Kastler Berg verlangt einige Mühe. Von seiner Kammlinie aus hat man
wieder herrliche Aussichten. Wir kommen nach Neuenreuth und ziehen im Norden um den
Haidhügel herum. Im Wald kreuzen wir die Straße nach Atzmannsberg. Wo der Wald aufhört, steht
der Kuschberg da. Von links zieht der Main-Donau-Weg herauf. Beide Wege führen gemeinsam
zum Gipfel. Der Berg ist unbewaldet und gewährt daher prächtige Rundumsicht. Zu ihr gehören
auch Ochsenkopf (1024 m) und Schneeberg (1053 m) im Fichtelgebirge. Das Besondere an ihr aber
ist der Blick auf die Fränkische Linie, eine Bruchstufe. Zu ihr gehört der Höhenzug, der vom
Armesberg aus über den Kühberg nach Südosten verläuft. In diesem Bereich wurde das Kristallin
aus dem Erdaltertum mehrfach gehoben und kilometertief eingetaucht. Zugleich zeigen hier die
Basaltkuppen Rauher Kulm, Kühhübel, Armesberg, Anzenstein, Schlossberg, Kuschberg und
Parkstein Bewegungen in der jüngeren Erdgeschichte. Dieser Schwarm von Basaltkuppen verdankt
seine Entstehung vulkanischer Tätigkeit im Tertiär, als im Schnittpunkt zweier tektonischer
Bruchlinien jeweils basaltischer Glutfluss die Sandsteinschichten des Keupers nach oben
durchschmolz.
Am Fuße des Kuschbergs tauchen beide Wege in den Hessenreuther Wald ein. Während sich der
Main-Donau-Weg mehr südlich hält zieht der Main-Mies-Weg nach Osten. Er quert die Straße
Atzmannsberg – Hessenreuth und trifft in einer Rodungsinsel auf das Dörflein Albenreuth. Am
oberen Waldrand empfiehlt sich noch ein Blick zurück, dann geht es über den Silbergraben hinauf
zum Silberschlag. Eine Tafel zeigt an, wo man den 12. Längengrad kreuzt. Gelegentlich auftretende
Gipsformen waren dereinst Abfallprodukt der Erbendorfer Porzellanindustrie und zugleich
Wegebaumaterial des Waldbesitzers. Es geht jetzt fast 4 km abwärts. Wo einmal der Wald aufhört,
kreuzen wir oberhalb Aschenhof die B 299. Man achte auf die Autos! Nach der Querung genießen
wir die Aussicht: Von rechts nach links erkennen wir die Windräder von Neuenreuth, den Bohrturm
der Kontinentalen Tiefbohrung, die Porzellanfabrik von Krummennaab (mit dem hohen Kamin),
weiter hinten Premenreuth, links davor Reuth. Über Erbendorf hinweg schauen wir hinauf zum
Steinwald. Der Plößberg (820 m), der Weißenstein (863 m) und die Platte (946 m) mit dem
Oberpfalzturm folgen nach links.
An Aschenhof vorbei führt unser Weg hinunter in das Tal des Galgenbachs. Sein glasklares Wasser
kommt ungetrübt aus dem Hessenreuther Wald. Zu normalen Zeiten dürfte die Furt dem Wanderer
keine Probleme und Kindern vielleicht große Freude bereiten. Erst ein Stück Waldstraße, dann ein
naturbelassener Weg auf der rechten Seite am Bach entlang bringen uns abwärts. Eine Brücke über
den Bach und eine weitere über die B 22 bringen uns schließlich am Freibad vorbei nach Erbendorf
hinein.


Die Stadt ist jetzt etwa 900 Jahre alt. Der bayerische Pfalzgraf Eber II. (gest.1102) aus dem
Geschlecht der Aribonen soll der Begründer gewesen sein. Der seit dem Mittelalter hier betriebene
Bergbau erreichte im 14. Jahrhundert seine höchste Blüte. Aber noch 1926 schreibt der
Heimatforscher Josef Höser: "Am Silberrangen, wo Urgebirge und Rotliegendes hart
aneinanderstoßen, werden in ein und derselben Bergwerksgrube Silber, Blei, Kupfer, Zink und
Steinkohlen abgebaut, eine Seltenheit, wie sie in ganz Europa nicht wieder zu finden ist."
Inzwischen ist bei Erbendorf der Bergbau eingestellt, aber die Umgebung ist noch immer ein
Dorado für Geologen. - Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt entstand nach dem Brand von
1796 unter Verwendung der Umfassungsmauer des alten spätgotischen Chores neu. Auf dem
Marktplatz steht eine 1710 errichtete bemerkenswerte Mariensäule. Im Vorort Altenstadt fällt die
eigens für Bergleute 1839/40 errichtete Filialkirche St. Vitus auf, deren Altar eine Holzfigur des
Patrons aus dem frühen 16. Jahrhundert trägt. - Friedrich Schillers Vorfahren mütterlicherseits
waren jahrhundertelang hier ansässig. Auch Max Reger wohnte hier als junger Student,
komponierte hier seine Choralphantasie "Eine feste Burg" und begründete damit seinen Ruf als
Orgelkomponist.

Bei der Hanslmühle verlässt man Erbendorf. Ein Steig führt über die Fichtelnaab und ein Anstieg
auf das Gelände des Sportflugplatzes. Dann geht es nordöstlich durch den Wald und um den großen
Steinbruch "Dürrer Schlag" herum. Er gehört zur Erbendorfer Grünschieferzone und liefert
überwiegend schwarzgrauen bis grünlichen Serpentinit-Hornfels. Vom neuen Waldrand aus erkennt
man in ca. 2 km Entfernung das nächste Ziel, Thumsenreuth, und erreicht es ohne Mühe.
Die Markierung führt zuerst am Schlosspark entlang zu einer alten Linde mit Misteln drauf. Links
an der Straße nach Friedenfels ist der Friedhof und daneben (außerhalb) der "Herrschaftsfriedhof"
der Freiherren von Lindenfels. Im Ort lohnen die evangelische Kirche mit Kassettendecke und
Bildern aus der biblischen Geschichte und die katholische Kirche mit einem Akanthusaltar den
Besuch. Erwähnenswert ist noch ein künstlicher See mit Blick auf den Steinwald und mit einem
Campingplatz. Dieser hat 100 feste und 25 Durchgangsstellplätze und 100 Zeltplätze. Nach
Aussage der Platzmeisterin wurde noch nie jemand wegen Überfüllung weggeschickt. Die
Markierung führt an der katholischen Kirche vorbei in das Heinbachtal hinunter und bei Erlhammer
auf einem Steig über den Bach. Am Gegenhang erinnert eine Kapelle an gefallene Söhne der
Familie Dietz. Der folgende Höhenrücken bietet Aussicht nach Osten und Westen. Hinter
Röthenbach überquert unser Weg die Bahnlinie Weiden-Hof und kommt nach Escheldorf. Die
folgende Strecke führt über freies Gelände nach Forsthof und Josephshof. Sie quert dann die alte
und schließlich die neue B 299. Nach einem kurzen Waldstück sieht und findet man Ödwalpersreuth.
Gleich am Ortsrand wendet sich der Weg nach rechts und führt in Richtung der
Autobahnraststätte. Weiter geht es über die A 93 zu einem Parkplatz. Durch Fichtenwald geht es in
das berühmte Naturschutzgebiet "Waldnaabtal" hinunter. Hier hat sich der Fluss in den
porphyrischen Granitriegel des Falkenberger Massivs seit dem Tertiär 40 bis 50 m tief
eingeschnitten. Von der Ausflugsgaststätte "Blockhütte" (Montag Ruhetag!) empfiehlt sich eine
Rundwanderung auf dem "Uferpfad". Unsere Markierung indes geleitet den Wanderer auf der
anderen Talseite hinauf zum Mühlnickelweiher und weiter auf abwechslungsreichem Pfad nach
Falkenberg.

Schon die vom Wasser umbrausten Felsen in der Waldnaab (z.B."Teufels Butterfass"), aber auch
die Felsen an den Uferwegen und unter der Burg Falkenberg zeigen die typische Wollsackverwitterung
des Granits. Dieser entstand durch Eindringen von glutflüssigem Gestein
(Magma) in der Zeit der mitteleuropäischen Gebirgsbildung im Erdalterrum. Es blieb in 4 bis 8 km
Tiefe stecken und erkaltete nur langsam. So bot sich dem Feldspat Gelegenheit zur Bildung großer
tafeliger Kristalle. Zum Beispiel an der Gedenktafel für den 1944 hingerichteten Burgherrn, aber
auch sonst, z.B. am Weg 200 m nördlich des Mühlnickelweihers, kann man das gut beobachten.
Schon im Jahre 1154 wird ein Pilegrin von Valckenberch als Eigner auf dem Granitfelsen hoch über
der Waldnaab genannt. Nach dem Aussterben seines Geschlechts kam die Burg an die Landgrafen
von Leuchtenberg, wurde dann aber mehrfach verpfändet und umgebaut. 1428 widerstand sie dem
Hussitensturm, musste aber 1648 vor den schwedischen Kanonen kapitulieren. Danach verfiel sie.
1930 kaufte Graf Friedrich von der Schulenburg die ruinöse Anlage und ließ sie 1936-39 im alten
Stil erneuern. Er selbst war 1934 bis 41 Botschafter in Moskau und wurde 1944 nach dem
missglückten Attentat auf Hitler hingerichtet. Die Burg wird noch immer von der Familie von der
Schulenburg bewohnt und kann u.U. besichtigt werden. Durch Falkenberg kommt auch der
Burgenweg mit der Markierung gelb-blau-gelb. Ihn begleitet der Goldsteig, markiert mit gelbem
stilisiertem S auf weißem Grund. Der Goldsteig ist der 1. zertifizierte Weg im OWV-Bereich. Er
verläuft hier fast überall mit dem Burgenweg.

In Falkenberg führt unser Weg ein kurzes Stück am Netzbach (klares Wasser, Fische!) entlang,
dann über den Bach und zum Sportplatz hinauf. Dort leitet er den Wanderer nach Osten weiter, erst
im Freien, dann über einen Waldrücken, später am Waldrand im Netzbachtal entlang. Wo das Tal
eng wird, zieht unser Weg jetzt rechts hinauf, wo schließlich der Wald aufhört, erkennt man die
Gehöfte von Rothenbürg. Nach dem Ort geht man ein paar Schritte auf der Straße in Richtung
Lengenfeld, am neuen Waldrand dann nach links und später noch einmal links und hinunter zu den
Häusern am Rothenbürger Weiher. Nach dem Weiherdamm führt rechts ein Steiglein zu den
Liegewiesen des Naturbades. Auch unser Weg! Es folgt so eine Waldstrecke, bei der man auch
abschnittsweise die Straße benutzen kann. Schließlich erreicht man das neue Wanderheim des
OWV Tirschenreuth. Man sollte sich jetzt zu einem Besuch der Kreisstadt entschließen, auch wenn
die Markierung dies nicht vorsieht.
Von Falkenberg bis hierher führt auch ein mit blauem stilisiertem S markierter Weg, der von jetzt
ab mit dem Main-Mies-Weg gemeinsam bis zum Nurtschweg im Osten verläuft. Er stellt eine
Anbindung der Stadt Tirschenreuth an den Goldsteig (in Falkenberg) dar. Er bildet aber auch eine
Anbindung an den inzwischen ebenfalls zertifizierten Nurtschweg (bei Griesbach).

Tirschenreuth ist das wirtschaftliche Zentrum und wahrscheinlich auch der älteste Ort
des "Stiftlandes", dem ehem. Besitz des Zisterzienserstiftes Waldsassen. 1134 wird er erstmals
urkundlich erwähnt, 1364 zur Stadt erhoben. Das Rathaus von 1582/83 mit seinem schönen
wappengeschmückten Renaissance-Erker beherrscht den weiträumigen Marktplatz. Das Standbild
des Dr. Johann Andreas Schmeller (1785-1852) erinnert an den großen Oberpfälzer Sprachforscher
und Sohn der Stadt, der sich mit seinem dreibändigen "Bayerischen Wörterbuch" ein
unvergängliches Denkmal gesetzt hat. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt brannte mehrfach ab und
wurde 1669 im Barockstil fertig, wobei der gotische Chor und der Turm erhalten blieben.
Beachtenswert ist der geschnitzte spätgotische Flügelaltar, der als einziger dieser Art in der
nördlichen Oberpfalz die Wirren der Reformation überstanden haben soll. - Der Klettnerturm von
1330, ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, ist der einzige Rest der mittelalterlichen
Stadtbefestigung. Der Fischhof, ein ehemaliger Zehnthof des Klosters Waldsassen, stammt aus dem
12. Jahrhundert und wurde 1689 erneuert. Heute dient er als Amtsgericht. Das Fischereimuseum in
der Regensburger Straße lädt zum Besuch ein. Eine Rundwanderung in der "Tirschenreuther
Teichpfanne" sei empfohlen.

Wer von der Stadtmitte aus seine Wanderung in Richtung Griesbach fortsetzen will, strebe dem
Möbelhaus Gleißner zu. Dort führt der markierte Weg vorbei, ins Tal hinunter und auf einem Steig
über zwei Arme der Waldnaab. Der Wald bleibt rechts. Nach etwa 400 m kann man auf den
Sauererteich, der von vielen Wasservögeln besucht wird, hinunterschauen. Der Wald hört
schließlich ganz auf und das Gelände steigt an. Unser Weg führt nach Kleinkonreuth. In der
Ortsmitte biegt unsere Markierung nach rechts ab. Wir verlassen das Dorf leicht ansteigend nach
Südosten. Im Wald führt unser Weg zwischen den Orten Gründelbach und Grün hindurch. Wo er
die Straße nach/von Brunn quert, stehen Totenbretter. Ein Aussiedlerhof bleibt rechts, der Wald am
Hasenbühl links und geradeaus sieht man schon von Weitem das Dorf mit dem beeindruckenden
Kirchlein: Marchaney. Kurz vor dem Dorf queren wir einen wenig ausgeprägten, aber deutlich
erkennbaren Höhenzug mit der Europäischen Hauptwasserscheide, hier zwischen Elbe und Donau.
Der fremd klingende Name Marchaney bedeutet soviel wie Grenzwachstelle. Das Kirchlein St.
Jakobus d.Ä. ist ein Kleinod barocker Kirchenbaukunst und zählt zu den kostbarsten
Sehenswürdigkeiten der Oberpfalz. Es wurde 1733 durch den Barockbaumeister und Laienbruder
Philipp Muttone aus Waldsassen neu errichtet und ist der Wallfahrtskirche Kappl bei Waldsassen
nachempfunden.

Der Wanderer verlässt Marchaney auf der Hauptstraße aufwärts und biegt bald links ab. Er kommt
durch ein Waldstück und dann auf einem Sträßchen aufwärts in Richtung Ahornberg (792 m), das
ist Berg- und Streusiedlung zugleich. Bald nach dem 1. Anwesen links biegt unser Weg nach links
ab, taucht in den Wald ein, führt dort aufwärts und verwandelt sich in eine Waldstraße. Einmal gibt
sie links den Blick zum Aschberg (776 m) frei. Unser Weg kreuzt die Straße Bärnau-Griesbach.
Etwa 400 m weiter kann man nach rechts auf eine Wiese hinunterschauen, in deren unterem Bereich
ein Grabensystem besteht. Es wird aus Drainagerohren gespeist. Hier ist das eigentliche
Quellgebiet der Mies, auf die der Name unseres Weges Bezug nimmt. Eine Tafel am Wegrand
weist darauf hin.
Die Waldstraße führt im Bogen nach links weiter. Auf einmal kommt von rechts der Nurtschweg
und mit ihm der Europäische Fernwanderweg Nr.6 herauf. Die Markierung mit dem blauen S endet
hier. Main-Mies-Weg und Nurtschweg führen jetzt gemeinsam weiter. Nach einer Anlage für
Rinderhaltung im Freien schwingen sich beide nach links hinauf und führen zum Gipfel des
Kostenberges (768 m). Rundumsicht ist möglich. Nach Griesbach ist jetzt nur noch ein "Sprung".
Der Main-Mies-Weg endet hier nach 93 km.

1285 wurde Griesbach erstmals urkundlich erwähnt und war damals bedeutendes Reichsdorf. Nach
mehrfacher Zerstörung und Verwüstung nach 1300 sank seine Bedeutung. Mit dem Wegzug des
Rittergeschlechts derer von Griesbach 1369 verlor man auch das Richteramt. Heute hat Griesbach
die mit 710 m ü.d.M. höchstgelegene Pfarrkirche der Oberpfalz. Der Ort ist von früher her
landwirtschaftlich strukturiert, aber auf Fremdenverkehr eingestellt. Die meisten Einwohner finden
als Pendler Arbeit in den umliegenden Orten, insbesondere in der Kreisstadt Tirschenreuth.
Griesbach beteiligte sich 1982 an dem Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", wurde dabei
Kreissieger und erhielt zudem die Silbermedaille der Oberpfalz. Der Ort liegt nach der Grenze zu
Tschechien. Der Grenzübertritt ist prinzipiell überall möglich, jedoch sind die gesetzlichen
Vorgaben zu beachten.



Entfernungstabelle:

Entfernungstabelle für den Main-Mies-Weg       Stand September 2014

Ort                             km    km 
Creußen, Mainbrücke            0,0  80,0  E, G, Ü, H, B
Seidwitz, Dorfplatz            5,5  74,5  G, H
Kleinkorbis                   10,2  69,8
Straße von Vorbach            11,7  68,3
   >Abstecher Vorbach 1 km                E, H, B
Tremau                        15,7  64,3  H
Neustadt am Kulm, Rathaus     19,8  60,2  E, G, Ü, H
Weha, Parkplatz               23,2  56,8
Kastl, Kirche                 25,2  54,8  E, G, Ü, H
Neuenreuth                    27,0  53,0
Kuschberg, Gipfel             30,9  49,1
Albenreuth                    32,4  47,6
Erbendorf, Marktplatz         39,0  41,0  E, G, Ü, H
Thumsenreuth, Mitte           44,5  35,5  E, Ü, H
Röthenbach, Bahnbrücke        46,3  33,7  E, H
Josephshof                    48,1  31,9  H
Blockhütte                    51,9  28,1  E
Falkenberg, Mitte             55,5  24,5  E, G, Ü, H
Rothenbürg                    61,0  19,0
Tirschenreuth, OWV-Hütte      65,1  14,9
Querung B 15                  66,1  13,9 (E, G  Ü, H)
Kleinkonreuth                 69,2  10,8
Marchaney, TIR 1              74,1   5,9
Abzw. Nurtschweg              77,8   2,2 
Griesbach, Kirche             80,0   0,0  E, Ü, H                         
E: Einkehrmöglichkeit, G: Geschäft für Wanderverpflegung, Ü: Übernachtungsmöglichkeit, 
B: Bahnanschluss, H: Omnibusanschluss



Einkehr & Übernachtungsmöglichkeiten:

Weitere Informationen, insbesondere zu Übernachtungsmöglichkeiten, erhalten Sie bei folgenden Tourismuszentren:
Landratsamt Bayreuth Tel. 0921 / 7280
Landratsamt Neustadt/Waldnaab, Tel. 09602 / 791050
Landratsamt Tirschenreuth, Tel. 09631 / 88223
sowie im Internet: www.oberpfaelzerwald.de