Wanderweg:

Spange Autobahnkirche



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 ca. 23 km, Markierung: weiß - rot - weiß (vertikal)

Der Weg bindet die Autobahnkirche Hl. Dreifaltigkeit Waidhaus in Tillyschanz und in Eslarn an den Jakobsweg an.

Karten:
UK 50-20 des Bayer. Landesamtes für Vermessung und Geoinformation
Fritsch Wanderkarte Nr. 55

Stand Dezember 2006

Wegbeschreibung:

Spange Tillyschanz – Waidhaus / Autobahnkirche – Eslarn / Atzmannsee

Wer von Prag her auf dem Jakobsweg nach Tillyschanz kommt oder wer einfach von Tillyschanz aus den Jakobsweg in Richtung Nürnberg begehen will, wird gleich am Parkplatz in Tillyschanz vor eine Alternative gestellt: Er kann einfach den Jakobsweg über Eslarn nach Westen benutzen oder er kann statt dessen einen Umweg machen und dabei der Autobahnkirche in Waidhaus einen Besuch abstatten. Der direkte Weg von Tillyschanz nach Eslarn/Atzmannsee misst 6 km, der Weg über Waidhaus dorthin 23 km. Letzterer beginnt also am Parkplatz in Tillyschanz und ist bis Eslarn/Atzmannsee durchgehend mit einer roten Vertikalen auf weißem Rechteck markiert.

Wer den Umweg meidet, mag sich im OWV-Faltblatt über den Jakobsweg (Markierung weiße Muschel auf blauem Grund) informieren. Die folgenden Zeilen sind für Interessenten gedacht, die der Autobahnkirche einen Besuch abstatten wollen.

Die Spange beginnt dort, wo der Jakobsweg von der Landesgrenze kommend die geteerte Straße nach halbrechts verlässt. Sie biegt dort ganz nach rechts in den Wald ein und kommt in der Nähe einer Gaststätte (rechts) vorbei. Wir folgen ihr. Eine Radwegmarkierung begleitet uns und biegt schon bald nach links ab. Unser Weg ist eine Waldstraße. Eine Waldwiese bleibt links. Erst leicht aufwärts, dann steiler abwärts treffen wir auf eine neue Waldstraße, der wir nach rechts abwärts folgen. Für 350 m in nördlicher Richtung begleitet uns rechts die Landesgrenze. Dann wendet sich unser Weg nach Nordwesten und später weiter westlich. Dort ist rechts des Weges ein Naturschutzgebiet. Texttafeln weisen darauf hin. Man sollte hier nicht vom Weg abweichen. Entwässerungsgräben zeigen, dass wir uns in einem Feuchtgebiet bewegen. Kurz vor dem Torfhäusl, einem Anwesen mitten im Wald, biegen wir nach rechts ab. Ein weiter Linksbogen bringt uns an den Rand einer freien Fläche: Die Pfrentschweiher-Wiesen gehören zum Staatsgut, das wiederum zur Landbauschule Almesbach gehört.

Zweimal biegen wir nach rechts ab. Eine geteerte Straße bringt uns beim Staatsgut über die Pfreimd. Am folgenden Waldrand halten wir uns rechts und stoßen auf ein Wildgehege.
Schließlich nimmt uns der Wald wieder ganz auf. Einmal links, dann wieder rechts abgebogen kommen wir in die Nähe der Autobahn. Wir verlassen den Wald und queren die A 6 auf einer Brücke. Noch im Randgebiet von Waidhaus springt unser Weg nach links weg, quert die alte Bahntrasse und steuert auf den ehemaligen Bahnhof zu. Wer sich mit Proviant oder Arznei versorgen oder wer einkehren oder übernachten will, sollte sich von hier aus in den Ort begeben.

Der Markt Waidhaus gilt weiterhin als Symbol des internationalen Grenzverkehrs. Hier entstand nach dem 2. Weltkrieg der wichtigste Grenzübergang aus der Bundesrepublik in den Ostblock. Nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs wurde die Autobahn A 6 Nürnberg – Prag gebaut. Während sich die Schiene ganz aus dem Ort zurückzog, ist ein Ende der Expansion im Straßenverkehr nicht abzusehen. Knapp 2500 Einwohner leben hier im „Tor nach Osten“ und bemühen sich auch um Feriengäste.

Durch Waidhaus kommt auch der E 6 auf dem Nurtschweg, markiert gelb-rot-gelb horizontal. Er wird uns von hier bis Eslarn begleiten.
Unser Weg folgt jetzt der alten Bahntrasse und bringt uns an die St 2154, die hier auch Autobahnzubringer ist. Eine Texttafel weist uns darauf hin, dass wir der Straße 250 m nach rechts folgen sollen, um an die Autobahnkirche zu kommen. Sie ist in letzter Zeit renoviert worden und sie überrascht mit ihrer roten Farbe. Ein Besuch der Kirche ist unabdingbar. Schließlich haben wir ja ihretwegen den Umweg auf uns genommen. Näheres über die Kirche kann man einem Prospekt entnehmen. Unseren Freunden schreiben wir noch schnell eine Ansichtskarte mit dem Motiv der Kirche.

Doch wir wollen wieder weiter. Ein kurzes Stück auf der alten Bahntrasse und dann auf einer Brücke über die A 6 kommen wir nach Südwesten. Der Radweg verlässt uns (zum Glück) nach rechts und wir genießen die freie Natur. Die Markierungen gelb-rot-gelb hor., rote Raute und rote Diagonale leisten uns Gesellschaft. Am folgenden Marterl gehen wir rechts vorbei. Zur Hörlmühle können wir nach rechts hinüber schauen. Ein Weg kreuzt und die rote Diagonale verlässt uns. Dafür kommt eine blaue Diagonale dazu. Vielleicht hört unser Weg auf? Nein! Ein Steg ermöglicht uns, die Pfreimd zu queren. Jeder möge sich dabei konzentrieren und am Handlauf sichern! Am anderen Ufer angekommen darf man erst einmal tief Luft holen.
Die Markierung grüßt herüber und ein Steig bringt uns an die nächste Waldecke. Der Weg führt im Wald erst nach rechts und dann nach links hinauf. Wir steigen am Nordhang des Ulrichsberges auf. Wo uns die anderen Markierungen verlassen, halten wir uns am linken Waldrand entlang. Der Blick über das obere Pfreimdtal nach Waidhaus und dem Sulzberg dahinter bietet sich an. Wir treffen schließlich auf einen Weg, der von Pfrentsch heraufzieht.
Wer Lust dazu hat, kann mit ihm einen Abstecher nach rechts hinauf zur Wallfahrtskirche auf dem Ulrichsberg machen. Freilich ist die Kirche normalerweise verschlossen und Aussicht von oben gibt es (im Wald) auch keine.

So wenden wir uns südwärts. Über den freien Hang hinunter gibt es wieder schöne Aussicht. Wir kommen nach Heilinghaus. Die von Pfrentsch kommende Straße queren wir geradewegs. Das Anwesen und die Weide bleiben links. Unten angekommen führt unser Weg halblinks am Hang entlang aufwärts. Eine Buschreihe begleitet uns. Plötzlich springt unser Weg scharf nach rechts weg. Man achte auf die Markierung auf einem Stein und halte auf einen einzelnen Baum zu. Dem Teersträßchen folgen wir nach links in den Talgrund. Wo der Teer aufhört fängt der Wald an. Naturbelassen geht es nach halbrechts. Nochmals halbrechts bringt uns eine Waldstraße ins Freie. Südwärts kommen wir nach Bruckhof. Der Straße von Burkhardsrieth folgen wir nach links durch das Dorf und am Ortsende halten wir uns wieder rechts. Eine alte Straße und dann ein Steig durch die Wiese bringen uns an den Loisbach und ein Steg hinüber. Im Wald geht es einen guten Kilometer aufwärts. Oben kreuzen wir die St 2155.


Am Wald entlang erreichen wir eine aussichtsreiche Höhe: Über Putzenrieth hinweg können wir links den Markt Waidhaus und rechts davor Thomasgschieß erkennen, rechts den Markt Eslarn und links davon den Büchlberg. Bei guter Sicht sehen wir dahinter eine Bergkette mit dem Pfraumberg jenseits der Grenze. Über sie verläuft die europäische Hauptwasserscheide etwa parallel zur Grenze.
Weiter am Waldrand entlang queren wir das Tal des Grellenbachs. Oben angekommen weist uns die Markierung nach links, später wieder rechts und schließlich links in den Wald. Der hört nach 200 m wieder auf und wir können nach Eslarn hinunter schauen. Geradeaus führt uns auch der Weg hinunter. Zusammen mit dem Wallenstein-Tilly-Weg (Markierung rotes Schrägkreuz) kommen wir an den Atzmannsee und treffen dort wieder auf den Jakobsweg.

Eslarn wird Mitte des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt, ist aber sicher schon viel älter. Über Jahrhunderte hinweg war der Ort Durchgangs- und Grenzstation im Handel mit Böhmen. Auch heute legt man großen Wert auf den Fremdenverkehr. Es gibt Gasthöfe, Pensionen, Ferienwohnungen und Privatquartiere in gepflegten Häusern. Etwa 3000 Einwohner leben auch von Handel, Gewerbe und Fahrzeugbau sowie von Holz- und Kunststoffverarbeitung.
Die Kirche Mariä Himmelfahrt besitzt einen schönen Großranken-Akanthusaltar, eine Verschmelzung von Baum und Monstranz. Haupt- und Seitenaltäre stammen von Michael Doser (1678 – 1758).

Unser Umweg „Spange“ ist wie jeder Weg des OWV in beiden Richtungen markiert und kann also auch in der Gegenrichtung begangen werden. Zusammen mit einem Stück des Jakobsweges bildet er einen Rundweg von 29 km Länge, den man auch in Etappen zerlegen kann. Die Spange entstand auf Anregung des Arbeitskreises Autobahnkirche und mit Unterstützung des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald und mit Zuschüssen öffentlicher Mittel. Sie wurde am 1.4.2006 mit einem Gottesdienst in der Autobahnkirche feierlich eröffnet.



Entfernungstabelle:

Ort                           km    km

Tillyschanz                   0,0   23,1   E
Kreuzung bei der Höhe  523 m  2,1   21,0
Torfhäusl                     4,8   18,3
Pfrentschweiher               6,9   16,2
A 6                           9,9   13,2
    Waidhaus                               E , G , Ü , H
St. 2154                     12,3   10,8
    Abzweigung zur Kirche       250 m
Steg über die Pfreimd        14,1    9,0
Abzweigung nach St. Ulrich   15,4    7,7
Heilinghaus                  16,0    7,1
Bruckhof                     18,1    5,0   E
St. 2155                     19,8    3,3
Grellenbach                  20,9    2,2
Eslarn/Atzmannsee            23,1    0,0   E , G , Ü , H